Metzger des Vertrauens

Wer schon einmal bei einem Metzger seines Vertrauens eingekauft hat, der weiss um die Bedeutung von Herkunft, Zucht und Sauberkeit. Da schmeckt die alte Mortadella doppelt so lecker, da glänzen die feinen Fettstückchen in der Blutwurst gleich richtig toll. Wer hat eigentlich wirklich mal nachgefragt, woher das Rind so nen komischen Blick in der Theke her hat. Ist ja auch ungemein cool, als Kunde, diese Frage zu stellen und weitere 32 Kunden warten darauf, dass es weitergeht.

Der freundliche Metzger, oft mit blutverschmierten Kleidchen, strengen Blick und den Duft von morbider Erde an sich klebend, steht mit Rat und Tat zur Seite. Er kennt sogar noch den Tag an dem das Rind gezeugt wurde, war er doch eigentlich nicht nur der Samenspender sondern auch gleich der Mann der Kuh. Das er den Bauern persönlich kennt, ist natürlich und absolut selbstverständlich Ehrensache. Die Hand die einem kuht, die kaut man nicht und so zückt der Fleischerkönig gekonnt die Daten und Fakten aus der Mütze.

Während die staunenden Kundinnen sich zufrieden ins Handtäschchen greifen, um kölnisch Wasser aufzulegen, weil sonst die Fliegen im Haar brüten, blättert der fragende Kunde sinnlos Seite für Seite im Nachweisordner herum. Zum Glück hat Meister Lammkeule, stets eine putzige Metzgereifachverkäuferin hinter der Theke stehen. Deren Blick aber immer der Gleiche ist, nämlich fragend, wie man am Besten dem Kunden noch 150g Kochschinken vom Pavian andrehen kann. Dabei darf sicherlich auch nicht die obligatorischen Fragen fehlen “ Darf es sonst noch etwas sein?“, oder „Oh, dass sind 500 Gramm zuviel, passt das?“.

Passen würde es, wenn der Tierschreiner seinem Kunden, direkt zum Bauern fährt, denn was hat man sich unter ein paar Zahlen und Namen als Kunde wirklich darunter vorzustellen, wenn man wissen will woher das Hackfleisch kommt. Wichtig wären doch eigentlich nur die Informationen, wie viele Salmonellen wirklich vorhanden sind. Die übrigens natürlich durch die grenzdebile Fachverkäuferin sagenhaft und mit lockerer Sicherheit an den Kunden weitergegeben werden.

Es spielt keine Rolle, ob Putenhals-Petra dabei Handschuhe trägt, wenn sie mit der gleichen Hand nicht nur das Geld und Wechselgeld rotieren lässt, sondern sich zuvor auch noch einen lästigen Juckreiz an der Poperze entledigt hat. Kein wirkliches Wunder, wenn der Laden förmlich zu platzen droht und die Kunden bereits auf der Strasse warten müssen, wie einst im sozialistischen System der DDR. Beim Thema DDR, da hat man auch einfach alles gegessen und sie leben heute noch und da bedurfte es keinerlei Nachweise. Hauptsache das Fleisch sah so aus, schmeckte so und es ließ sich zubereiten.

Was sehr verwundert, was passiert eigentlich mit der ganzen Ware in der Theke. Schätzungsweise 350 Kilo Wurst und 500 Kilo Fleisch liegen üblich in der Auslage. Die Auslage erinnert auch etwas an eine Sonnenbank für Metzgerei-Erzeugnisse. Kaum ist die Lampe ausgeschaltet, sieht das Fleisch grau und die Wurst matt aus. Nicht selten, kauft man etwas Fleischwurst geschnitten und ist entzückt daheim, dass man Salami in der Verpackung hat. Ja, so ein Thekenlicht kann schon gerne mal seine Tücken haben.

Hauptsache, die Tiere sind glücklich in ihre Wurstpelle gesprungen, die Ochsenzunge hat vorher noch saftig abgeleckt und der Industriekäse schimmert im Kasleberkas. Im örtlichen Metzergerei Betrieb, sehen übrigens alle Angestellten nicht wirklich gesund aus. Entweder juckt Ihnen die Kimme zu sehr oder das Pökelnitrat hat Urlaub. „Mag der Kleine, eine Scheibe Fleischwurst?“, “ Nein, aber er würde Ihnen gerne gleich mal in den Arsch treten!“, solche Sätze kommen viel zu wenig vor, wären aber nötig, damit man schneller als Kunde bedient werden kann.

Hoffen wir einfach mal, dass uns der Blick hinter der Theke und im Produktionsbereich erspart bleibt. Es möchte sicherlich niemand wissen, ob der Geselle überhaupt ein Gesundheitszeugnis besitzt und wenn ja, ob dieses verhindert, dass der Geselle die Gelbsucht hat. Persönlich würde ich als Metzger jeden meiner Mitarbeiter auffordern, mindestens einmal am Tag für 30 Minuten in den Räucherofen zu klettern. Da wird selbst der Verkäufermundkäse herzhaft und die letzte Pore an der Haut geschlossen. Können wir uns wirklich sicher sein, dass niemand zuvor sexuelle Handlungen mit dem Produkt oder Ware hatte, immerhin leben Metzger einsam.

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