Die Hütte

Es war einer dieser Nächte, in denen ich doch auch mal wirklich Gutes träumte. So ergab es sich in meinen Traumvorstellungen, dass ich am Morgen erwachte und unter deine großen Gänsefederdecke lag. Meine Augen richteten sich auf eine Holzdecke und wanderten im Raum umher. Eine urige und rustikale Berghütte, in der ich mich befand. Im alten Ofen, der teils mit Gas oder Holz betrieben werden konnte, knisterte das Holz in den Flammen.

Die Sonnenstrahlen drangen durch das Fensterchen und erhellte den Raum. Ich sah die Überreste der abendlichen Brotzeit und draussen ertönte die Natur. Ich stand auf und begab mich vor die Türe, welche sich mit einem festen Druck öffnete. Da stand ich nun, mitten vor einer Almhütte und genoss den Anblick der Berge, die sich weit über den Horizont erstreckten. Ein kleiner Bergfluss, plätschert neckisch und verspielt, an mir vorbei.

Die Sonnestrahlen wärmte mich und ein kleiner Kälteschauer durchfloß mich. Doch die Wärme umhüllte mich wohlig, sodass ich mit ein paar Schritten an den kleinen Bergfluss kam. Ich wusch mich,mit dem erfrischenden Quell und atmete tief aus. Der Anblick des saftigen Grün der Wiesen, die sich teilweise bis in das Tal hinein erstreckten, füllte meine Gedanken aus. Der Geruch von Heu, die Düfte der Kräuterwiesen und die frische Luft, schmeichelten meinen Nasenaktivitäten.

Weit ab des Treibens einer Stadt, Straßenverkehr, Lärm und Hektik, genoss ich diesen seelischen Frieden. Mein Tag bestand aus Arbeiten wie das Versorgen von ein paar Kühe, ein paar Schweine und Schafe, die alle samt sich im Kreislauf der Alm befanden. Wie wohl diese Alm sich im Laufe der Jahreszeiten wandeln würden. Die Farben der Natur wechseln und auch die Anforderungen für sich. Sich der Sonne richten, mit ihr aufstehen, mit ihr langsam den Tag beenden. Von der Natur leben, sich mit ihr zu arrangieren und darin die Erfüllung finden. In der Einfachheit des Seins.

Der selbst erstellte Käse, aus Milch die man selbst gemolken hat, dafür die Bergwiesn gemäht zu haben. Frisches und reines Bergwasser,welches dem Tee oder Kaffee ein besonderes Aroma verleiht. Der unglaublich weite Blick auf die Natur, schneebehangende Berge, soweit Auge reicht, grüne Täler, farbenprächtige Pflanzen, heroische Tier der Bergwelt. Das gemütliche Daunenbett, die Holzstühle, das rauhe Klima, die frische Luft, die Selbstständigkeit, der Abstand zum wilden Treiben der Welt. Das Kerzenlicht, welches die Stube ausleuchtet. Eigene Hühnereier zum Backen und das wohl wichtigste Gut, die Freiheit. Glasklare Gletscherseen, kreisende Greifvögel am blauen Himmel und sehr vieles mehr.

Mit diesen Gedanken, drehte ich mich nicht nur im Traum friedlich herum. Das einfache Leben, welches Anspruchsvoll ist, aber dennoch schlicht. Das Verantwortung verlangt, aber auch innere Ruhe schenkt. So schlief ich an einem Heuhaufen liegend, friedlich ein und erwachte in meinem normalen Alltag, indem ich fern von dem gewesen bin, was ich träumte.
Der Alltag kostet sehr viel Energie, mehr als das, was man für ein Leben auf einer Hütte aufbringen muss.

Ein kleiner Wunsch, eine kleine Hoffnung und vielleicht ein kleines Ziel, dass sich in mir nun manifestiert hat. Ein möglicher Hinweis, danach zu streben und alles dafür zu tun, um eben aus seiner eigenen mentalen Zwänge auszubrechen. Mehr Qualität, für weniger Stress, was kann es eigentlich schöneres geben. Wer kommt mit?

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Eine Antwort to “Die Hütte”

  1. Ich! Ich bin fast fertig mit packen 😀

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