Kalt gefühlt

Tage im Leben, indem das Bewußtsein nicht nur das wiederspiegelt, was der Alltag daraus macht, sondern die Gedanken viele Gefühle wandelt. Wenn die Frage sich aufhebt, zu hinterfragen, was eigentlich der Gegenstand des aktuellen Seins ist. Sicherlich eine Situation die nicht ein Himmel voller Geigen bedeutet. Eine Sinnkrise ist es auch nicht, allerdings durchaus als eine Form der Depression anzusehen. Wobei eine Depression, durchaus eine tragende und gewichte Rolle spielt.

Der Blick aus dem Fenster gerichtet, schauend aber nicht wirklich darüber nachdenkend, was sich ihm offenbart. Eine Leere breitet sich für einen Moment aus und dann sind sie da, die Gedanken. Ist es all das im Leben was man wirklich wollte, sollte es alles so sein, sollte wirklich alles so verlaufen. Was hat man eigentlich werden wollen, wie sehr ging man einem selbstauferlegten Muster nach. Was stellt man dar und wollte man das auch, wie wurde man eigentlich fremdbestimmt und warum konnte man nicht einfach so sein.

Dazu kommen noch die Begleiter, Hoffnungen, Wünsche, Ziele und Bedürfnisse. Ein ordentlicher Haufen an Welten, die sich eröffnen und darin befindet man sich im freien Fall. Überrollt von Emotionen, die mehr als nur eine Träne auf die Reise schickt. Selbst diese Träne, fühlt sich weich und sanft an und doch verleiht sie ein kaltes Empfinden. Das Seelenbluten beginnt, ohne das irgendwelche Techniken es verhindern könnten. Dann ist der Moment angebrochen, den ich gerne als kalt fühlen bezeichne.

Personen die man liebt, nicht die Liebe vermitteln kann, obwohl man es einfach tun würde, schöne Szenen des Lebens absolut ihre Bedeutung verlieren, die Lebensfreude einen tiefpunkt erlebt. Es einen nicht wirklich berührt, wenn andere Probleme haben. Nur der innere Schmerz und Hilferuf, mit einer Träne nach aussen einen Ausdruck bringt. Die Gemütlichkeit und die Kraft die daraus entsteht, nicht abzurufen ist. Träume sich nicht mehr verwirklichen lassen, aber Träume im Schlaf plötzlich belastend werden. Man wie ein Zombie durch den Tag rennt um diesen einfach endlich zum Ende zu bringen.

Plötzlich sieht man sich aus dem Leben, dem Alltag enthoben. Nicht wirklich darin enthalten und fern ab, jeglichen Kontakt dabei. Fragmente aus dem Leben mischen sich in die Erinnerungen, an die Gedanken daran, welche möglicherweise dazu führten, warum der Kreislauf seine Bahnen zieht, in der emotionalen Welt. Fragen welche nach Antworten verlangen und Antworten, die Gründe vorweisen möchten. Gründe die so verschieden sind, dass man sie nicht mehr wirklich alle zuordnen könnte. Immer mehr entfernt man sich dabei vom Leben, welches andere für richtig erachten und von sich selber.

Der Punkt, an dem man sich selber immer fremder wird. Man sich selber fern ab der eigenen Betrachtung befindet. Es sind keine kritischen Gedanken darüber, viel mehr eine distanzierte Objektivität. Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein, sich stark in den Keller senken, dass eigene Vertrauen flöten geht. Da greift die Depression mit voller Wucht durch und sie ist durch ihre tragende Rolle, ein wichtiges Instrument, sich zu hinterfragen. Danach was möglicherweise absolut falsch läuft. Eben die Option für sich selber auf Ursachenforschung zu gehen und daran zu arbeiten. Für ein Mehrwert an Lebensqualität, zurück zu den eigenen Wurzeln und zur Beantwortung all seiner Fragen.

Es kostet enorme Kraft, sich am eigenen Kragen aus dem Sumpf der Gedanken zu ziehen, dem Blick aus dem Fenster wieder die positiven Aspekte zu verleihen. Welche eine Hummel sein könnte, die friedvoll und fast schleppend durch die Luft brummt um eine tolle farbenprächtige Blüte zu entdecken, um daran ihr Werk zu vollrichten. Den Blick mit Inhalt zu bestücken um sich selber zu sagen, es geht weiter und ich werde mich an dieser Situation weiterentwickeln. Bis eines Tages, am anderen Ende des Verstandes, der Keim wächst, dass Gefühle wieder nahbarer werden, sodass man sich selber wieder leiden mag und sich akzeptiert. Mit allen Schwächen, Stärken und Attribute, für sich und nicht für andere.

Damit auch eben die Momente aufhören, indem man sich einfach mehr Geborgenheit wünscht, sich nach wirklicher Liebe sehnt, verstanden wird und aufatmen kann. Die Ketten der eigenen Geisel sprengt, sich selber versteht, sich selber liebt und glücklich ist. Dazu ist allerdings viel Fleiß von Nöten, wenn man zu nah am Leben lebt und sich nicht wirklich alles schönreden läßt. Denn lieber depressiv sein. als sich die Welt toll denken, denn dann macht man sich einfach was vor. Die Welt ist nicht wirklich toll, man kann sie sich toll machen und sie bietet dazu ihre Gelegenheit. Aber nicht jede Gelegenheit ist die Richtige und dann kommt der Punkt an dem man eigentlich merkt, dass man zwar nicht depressiv ist, sondern eine ganz arme Wurst.

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3 Antworten to “Kalt gefühlt”

  1. Du beschreibst es so klar, so treffend, so unheimlich direkt und schnörkellos… Aber wer braucht schon schönredende, dekorierende Worte, wenn es ums Leben geht… „Denn lieber depressiv sein, als sich die Welt toll denken..“ ❤

  2. Herzklopfen… Zurückversetzt in das Gefühl das gewesen und immer leise schlummert… Und wartet….
    Das Gefühl sich von oben zu beobachten, völlig kalt………

    • Herzklopfen… Zurückversetzt in das Gefühl das gewesen und immer leise schlummert… Und wartet….Das Gefühl sich von oben zu beobachten, völlig kalt………

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